Quo vadis, Veranstaltung? Das Seminar der Zukunft.
Von Rednerpulten und der einst revolutionären Overheadfolie bis zu Zeiten, in denen PowerPoint und Stuhlkreise schon wieder out sind: Seminare unterliegen einem Wandel, was Inhalte, Präsentationstechnik und die Anforderungen an die Räumlichkeiten betrifft.
Wenn Menschen zusammenkommen, um etwas dazuzulernen, hat das viele wohlklingende Namen. Wir melden uns zu Workshops an, besuchen Fortbildungen, konferieren und veranstalten Seminare. Wenn wir überhaupt nicht zusammenkommen wollen, loggen wir uns in Webinare ein. Dass die jeweilige Bezeichnung keinerlei Korrelation zur Qualität der Inhalte und deren Aufbereitung aufweist, haben alle irgendwann und irgendwo schon erfahren müssen. Aber was erwartet man heute von einem Seminar und was wird in der Regel geboten?
Alle Jahre wieder: neue Präsentationstechnik
Die verwendete Präsentationstechnik ist eine Art Statussymbol bei Vorträgen. Starrten wir früher mit Begeisterung auf Leinwände, auf die vollgestopfte Overhead-Folien projiziert wurden, wird auch Powerpoint auf Flatscreens, lange Jahre „state of the art“, in absehbarer Zeit ausgedient haben. Einer der neuesten Trends: Prezi. Ein Präsentationsprogramm, das ein bisschen die Idee der von Menschenhand gestalteten Flipcharts aufgreift. Man kommt meist mit einem einzigen „Plakat“ aus und setzt auf Zooms – die man, Schwindelgefühlen beim Publikum vorbeugend, dabei nicht überstrapazieren darf. Michael Ghezzo, Veranstaltungsprofi von confare, beschreibt Prezi als (ent)spannende Alterntive zu den Powerpoint-Folienmarathons. „Prezi ist eher am Gedankenlauf als an Bulletpoints orientiert, es sind andere Strukturierungen möglich“, so der Experte.
Alle Theorie ist heute besonders grau
Der Seminarteilnehmer von heute hört sich nicht mehr in stiller Dankbarkeit das Wissen anderer an. Nach viel Kritik an der häufig fehlenden Umsetzbarkeit der Inhalte geht der Trend heute hin zu unmittelbar verständlichen und anwendbaren Lerninhalten. Man erwartet Checklisten und Umsetzungspläne, gibt sich aber im Gegenzug oft mit weniger Details und weniger Tiefgang zufrieden. Gerade bei Teambuilding-Maßnahmen, für deren Gelingen eine hohe Akzeptanz der Veranstaltung durch die Teilnehmer Voraussetzung ist, wird bereits vor dem Termin mit den Teilnehmern kommuniziert. Es geht darum, als Trainer nicht mehr nur darauf zu achten, was man verkaufen will, sondern auch darauf, was die Teilnehmer bereit sind, zu tun und zu lernen.
Räume nicht buchen, wie sie fallen
Wohin jetzt mit dem Wissen um die Inhalte? Die Räumlichkeiten für Seminare sollten gut erreichbar sein, wobei die Aussicht auf eine Parkgarage oder ausreichend Parkplätze den Stress der im Individualverkehr Anreisenden deutlich senken kann. Für ein harmonisch ablaufendes Seminar müssen alle Voraussetzungen für ein zumindest neutrales Befinden gegeben sein. Licht- und Temperaturverhältnisse, moderate Verpflegung, saubere Toiletten und freundliches und professionelles Servicepersonal sowie angenehmes und zweckmäßiges Mobiliar zählen zu den wesentlichen Faktoren.
Überhaupt spielt Komfort eine größere Rolle als zu früheren Zeiten und wird vehementer eingefordert, auch von den Vortragenden. Bei der Wahl der Räumlichkeiten geht der Trend heute in Richtung Vollservicierung. Man legt lieber ein paar Euro mehr hin, damit dann dafür alles funktioniert. „Früher ist jeder mit seinem Beamer gekommen und vielleicht noch mit Kaffee-Thermoskannen“, berichtet Mag. Natascha Stiefsohn, Center Managerin des EURO PLAZA Conference Centers (www.eventlocation-wien.at). „Heute werden Vortragende und Teilnehmer betreut wie Hotelgäste, und bei kurzfristigen Terminverschiebungen haben wir binnen 30 Minuten einen technisch voll ausgestatteten Raum mit der gewünschten Bestuhlung samt Snacks und Kaffee parat,“ so die Expertin für Conferencing weiter.
Fazit: Der Ort, neudeutsch die Location, sollte mit Bedacht gewählt werden und ist ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor für Seminarveranstaltungen.

